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ElektrookulographieDie Elektrookulografie bzw. -graphie (EOG) ist ein Messverfahren, bei dem die Bewegung der Augen gemessen wird. Das Verfahren nutzt die Tatsache, dass die Netzhaut des Auges gegenüber der Hornhaut elektrisch negativ geladen ist. Durch seitlich der Augen auf die Haut geklebte Elektroden kann daher eine Spannungsänderung gemessen werden, die proportional der horizontalen bzw. vertikalen Augenbewegung ist. Da Augenbwegungen nicht nur willkürlich, sondern auch über das Gleichgewichtssystem gesteuert werden, wird das Verfahren nicht nur zur Diagnose von Störungen des Augenbewegungs- sondern auch des Gleichgewichtssystems eingesetzt.
Bei der Schlaf-Polygraphie dient der EOG-Kanal der Erfassung der REM-Phasen.
Kategorie: Neurophysiologie
AugeDas Auge (lat. Oculus) ist ein empfindliches Sinnesorgan. Bei Säugetieren liegen beide Augen umgeben von Nasenbein, Jochbein und Stirnbein, eingebettet in ein Fettpolster, in den knöchernen Augenhöhlen des Schädels.
Das Sehorgan (Organon visus) der Säugetiere kann in drei Untereinheiten gegliedert werden:
#den Augapfel, Bulbus oculi (lat.) oder Ophthalmos (griech.),
#die Anhangsorgane des Auges (Tränenapparat, Augenmuskeln, Bindehaut und Augenlider) und
#die Sehbahn.
Augapfel der Säugetiere
Sehbahn
Anatomie
Die Wand des Augapfels besteht aus drei übereinander liegenden Häuten.
Die äußere Augenhaut (Tunica externa bulbi, auch Tunica fibrosa bulbi) wird in zwei Abschnitte untergliedert. Die weiße Lederhaut (Sclera) liegt im hinteren Augapfelbereich. An ihr setzen die äußeren Augenmuskeln an, die das Auge in der Augenhöhle bewegen. Dort wo das Licht ins Auge eintritt, befindet sich die durchsichtige Hornhaut (Cornea). Sie wird ständig mit Tränenflüssigkeit befeuchtet.
Die 2. Schicht ist die mittlere Augenhaut (Tunica media bulbi oder Uvea), besteht aus drei Abschnitten. Die Aderhaut ist reich an Blutgefäßen und versorgt die anliegenden Schichten mit Nährstoffen und Sauerstoff und besitzt eine Pigmentschicht. Nach vorn geht die Aderhaut in den Ziliarkörper (auch Strahlenkörper, Corpus ciliare) über, der der Aufhängung der Augenlinse und deren Akkomodation dient. Der vorderste Abschnitt der mittleren Augenhaut ist die Regenbogenhaut (Iris). Sie bildet die Pupille und reguliert den Lichteinfall (Adaptation).
Die innere Augenhaut (auch Netzhaut, Tunica interna bulbi oder Retina) enthält die Lichtsinneszellen (Photorezeptoren). Im Bereich des Austritts des Sehnervens befinden sich keine Lichtsinneszellen. Diese Stelle nennt man Blinden Fleck. Die Stelle des schärfsten Sehens ist der gelbe Fleck.
Der Innenraum des Augapfels besteht aus dem Glaskörper (Corpus vitreum), der Linse (Lens) und den beiden Augenkammern (Camera anterior und posterior bulbi).
Funktionsmechanismus der Bilderzeugung
Der Sehraum für farbiges Sehen (farbiges Licht) ist sehr viel kleiner als der für Hell und Dunkel (weißes Licht). Somit liegt der Farbsehraum auch innerhalb des Weißlichtsehraumes.
Im 19. Jahrhundert erklärte man die Funktion des Auges analog des Fotoapparates so:
Reflektiertes Licht (aktiv) fällt in das Auge (passiv), die Abbildung der Welt auf der Netzhaut wird schließlich ins Gehirn weitergeleitet. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurde mit Hilfe technischer Geräte zur Messung der Augenbewegungen diese Idee widerlegt.
Zwar ist die ganze Retina (Netzhaut) mit Sinneszellen bedeckt, das Scharfsehen konzentriert sich jedoch auf nur 0,02 Prozent der Retinafläche, der sogenannte gelbe Fleck. Dies entspricht etwa 2 Grad unseres rund 200 Grad umfassenden horizontalen Blickfeldes. Wir sehen also eigentlich nur den Ausschnitt scharf, den unsere beiden Augen mit ihren Sehachsen fixieren.
Beim Betrachten eines Gegenstandes kommt das ruhende und scharfe Bild dadurch zustande, dass die Augenmuskeln, uns meist unbewusst, nacheinander verschiedene Ausschnitte des Objektes vor den gelben Fleck rücken. Das Auge ruht also beim Betrachten nie, es ist immer in kleinster Bewegung begriffen. Ein Punkt wird für Sekundenbruchteile fixiert, dann springen die Muskeln mit einer ruckartigen Bewegung (Saccade) zu einem nächsten Punkt.
Aus diesem Abtasten wird schließlich das deutliche Gesamtbild generiert.
Bei ruhiger Betrachtung dauern die einzelnen Fixationen 0,2 bis 0,6 Sekunden, sodass in einer Sekunde 2 bis 5 Saccaden stattfinden, bei schnellerem Blicken werden die Saccaden häufiger und die Fixationszeiten kürzer.
Die Wahl der Fixationspunkte und das Muster der Saccaden ist in hohem Maße individuell und steht im Zusammenhang mit den Gewohnheiten und dem Interesse des Betrachters oder der Aufgabenstellung an ihn. Man spricht heute vom Intentionalen Sehen, einem aktiven Vorgang zur Welt hin.
Erkrankungen des Auges
Mit den Erkrankungen des Auges beschäftigt sich die Ophthalmologie (Augenheilkunde).
Auge der anderen Tiere
Obwohl sich die Augen von Wirbeltieren und Weichtieren im Aufbau stark ähneln, haben sie sich unabhängig voneinander entwickelt. Dies wird bei der Bildung des Auges beim Embryo sichtbar: Während sich das Auge bei Wirbeltieren durch eine Ausstülpung der Zellen entwickelt, die später das Gehirn bilden, entsteht das Auge der Weichtiere durch eine Einstülpung der äußeren Zellschicht, die später die Haut bilden.
Es gibt Schätzungen, dass Augen der verschiedensten Bauweisen im Laufe der Evolution etwa 40 Mal neu entwickelt wurden. Die ersten Augen gab es bereits vor 505 Mio. Jahren im Erdzeitalter Ordovizium (z. B. beim Nautilus).
Die einfachsten „Augen“ sind lichtempfindliche Sinneszellen auf der Außenhaut, die als passive optische Systeme funktionieren. Sie können nur erkennen, ob die Umgebung hell oder dunkel ist. Man spricht hier von Hautlichtsinn.
Insekten und andere Gliederfüßer haben Augen, die aus vielen einzelnen Augen zusammengesetzt sind. Diese Facettenaugen liefern ein rasterartiges Bild (nicht mehrfache Bilder, wie man vermuten könnte).
Neben den beschriebenen Augentypen mit lichtbrechenden Linsen findet man in der Natur gelegentlich auch Spiegelaugen. In den Augen der Kammmuschel (Pecten) wird das Bild durch Hohlspiegel erzeugt, die hinter der Netzhaut angeordnet sind.
Die direkt vor der Netzhaut liegende Linse dient der optischen Korrektur des stark verzerrten Spiegelbildes. Die Spiegel sind nach dem Prinzip von reflektierenden Glasplatten gebaut, mehr als 30 Schichten aus feinsten Guanin-Kristallen liegen dicht gestapelt, jede Schicht in eine Doppelmembran eingeschlossen.
Auch andere Tiere haben Spiegelaugen, unter anderem der Tiefseekrebs Gigantocypris, Hummer und Langusten. Diese Form hat sich offenbar dort durchgesetzt, wo es weniger auf die Bildqualität und mehr auf die Lichtausbeute ankommt.
= Siehe auch =
Optik, Optische Täuschung
Netzhaut
Die Netzhaut (lateinisch Retina) ist die lichtempfindliche Schicht an der hinteren Innenseite des Auges von Wirbeltieren und einigen Tintenfischen. In ihr wird das auftreffende Licht, nachdem es die Hornhaut, die Linse und den Glaskörper durchquert hat, in Nervenimpulse umgewandelt.
Anatomie der Netzhaut des Menschen
Lage
Die Netzhaut liegt auf der Aderhaut (Choroidea) auf, welche die Netzhaut ernährt, und wird vom Glaskörper (Corpus vitreum) nach Innen begrenzt und festgehalten (nach Aussen gedrückt). Die Netzhaut ist direkt nur in einer ringförmigen Region im Irisbereich fest an den äußeren Schichten fixiert. Deshalb ist eine Netzhautablösung meist nur kurz lokal begrenzt und kann sich unbehandelt über große Bereiche des Sichtfeldes ausbreiten.
Zellen der Netzhaut
Die Netzhaut selber ist aus definierten Schichten aufgebaut, welche aus spezifischen Zelltypen
oder subzellulären Kompartimenten dieser Zellen bestehen. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei den Photorezeptorzellen zu. Die Photorezeptorzellen sind hoch polare Zellen, welche aus einem Außensegment, einem Innensegment, dem Zellkörper und einem Axon mit einer spezialisierten Synapse am Ende bestehen. Grundsätzlich unterscheidet man in der Netzhaut zwischen zwei Photorezeptorzell-Typen: Stäbchen und Zapfen („rods“ und „cones“). Die Stäbchen sind auf das Sehen bei schwacher Beleuchtung spezialisiert, die Zapfen sind für das Farbsehen verantwortlich.
Menschen sind Trichromaten, es existieren also drei Zapfenarten mit unterschiedlichen Absorptionsmaxima. Vereinfacht kann man sagen, dass es rotempfindliche, grünempfindliche und blauempfindliche Zapfen gibt. Das Nervensystem kombiniert den Reiz der drei Zapfenarten, um dem einfallenden Licht eine Farbe zuzuordnen. Die Zapfen sind weniger lichtsensitiv als die Stäbchen. Daher verändert sich das Farbempfinden bei Nacht, der so genannte Purkinje-Effekt. Daher stammt das Sprichwort: Nachts sind alle Katzen grau (Zum Merken: mit den Stäbchen sieht man schwarz/weiß, mit den Zapfen Farben).
Schon ein einziges Lichtphoton kann ein Stäbchen aktivieren. Allerdings müssen mehrere Stäbchen aktiviert werden, damit die Netzhaut die Anwesenheit von Licht signalisiert. Beim Auftreffen eines Photons auf das in Membranstapel der Photorezeptoren eingelagerte Rhodopsin erfährt letzteres eine Konformationsänderung. Dadurch wird eine Enzymkaskade ausgelöst, die sogenannte visuelle Signaltransduktionskaskade, die schließlich zur Aktivitätsänderung der Nervenzelle (Zapfen wie Stäbchen) führt. Für die Aufklärung der Bedeutung des Retinals 1933-1958 bekam der amerikanische Biochemiker George Wald 1967 den Nobelpreis für Medizin.
Photorezeptorzellen liegen in einem Abstand von 6µm voneinader entfernt, das ist vergleichbar mit dem Abstand der Dioden in einem CCD von 10µm.
Die Photorezeptoren werden untereinander durch zwei unterschiedliche Typen von Horizontalzellen verschaltet. Sie dienen damit u. a. zur Kontrastverstärkung der optischen Wahrnehmung durch laterale Inhibition benachbarter Photorezeptoren.
Des Weiteren werden die Bipolarzellen durch die Photorezeptoren innerviert. In der Säugetierretina gibt es je nach Art acht bis elf Zapfen-gesteuerte Bipolarzellen und einen Typ von Stäbchen-gesteuerten Bipolarzellen.
Von den Bipolarzellen werden wiederum die Amakrinzellen innerviert. Amakrinzellen sorgen – ähnlich wie zuvor die Horizontalzellen – für eine sowohl laterale als auch vertikale Verschaltung des neuronalen Netzwerks in dieser Schicht der Netzhaut und tragen ebenfalls zur Modulation der Signalverarbeitung bei. Insgesamt gibt es über 30 verschiedene Amakrinzelltypen.
Die den Bipolar- und Amakrinzellen nachgeschalteten Zellen sind die Ganglien: diese Neurone leiten den Lichtreiz nun über den optischen Nerv (Nervus opticus) zum Gehirn weiter. Insgesamt lassen sich bis zu 20 Ganglienzelltypen unterscheiden. Darunter befindet sich eine dritte Gruppe von Lichtsinneszellen; diese enthält das Pigment Melanopsin. Solche Zellen wurden im Vergleich zu den übrigen Typen erst vor kurzer Zeit entdeckt und sind deshalb noch weitgehend unerforscht. Es wurde bereits bewiesen, dass die Melanopsin-Zellen als Fotorezeptoren wirken und bei der Funktion der "inneren Uhr" eine wichtige Rolle spielen.
Schichten der Netzhaut
Das Licht durchdringt die gesamte Netzhaut und wird erst von den Photorezeptorzellen detektiert. Vom Glaskörper hin zur Aderhaut kann man bei der gesunden Netzhaut folgende Schichtstruktur unterscheiden.
Epiretinale oder innere Grenzmembran (ERM / ILM epiretinal / internal limiting membrane)
Die innere Grenzschicht der Retina ist die Basal- und Plasmamembran der Müller'schen Zellen, sowie möglicherweise anderer Gliazellen. Sie besteht darüber hinaus aus Kollagenfasern und Proteoglykosiden.
Nervenfaserschicht (NFL - nerve fiber layer)
Besteht aus Anhäufungen der Nervenfasern der ableitenden Nervenzellen. Sie tragen die Information aller Fotorezeptoren nach außen. Im Sehfleck (Makula) ist die Dichte am geringsten und die Fasern spannen sternförmig von der Makula ausgehend einen Bogen bis zum blinden Fleck (an dem der Sehnerv das Auge verläßt). Eine Zerstörung dieser Schicht hat eine zunächst teilweise, irreparable Erblindung zur Folge (grüner Star).
In dieser Höhe befinden sich auch die inneren Blutgefäße der Retina (bis auf den gefäßfreien Bereich in der Nähe der Makula).
Ganglionzellschicht (GCL - ganglion cell layer)
Zellkörper mit Kernen der Nervenfaserschicht. Die Dendriten der Ganglienzellen erstrahlen in die angrenzende IPL und nehmen die Signale von den Bipolarzellen und den amakrinen Zellen auf. Weitergeleitet wird der Impuls über die Axone der Ganglienzellen, welche in der Nervenfaserschicht verlaufen und sich zum Nervus opticus bündeln.
Innere plexiforme Schicht (IPL - inner plexiform layer)
Letzte Vorverarbeitungsstufe bevor das Signal zum Hirn weitergeleitet wird. Axone von Zellen der INL treffen hier auf die Dentriten der Ganglionzellen.
Innere Kernschicht (INL - inner nuclear layer)
Zellkörper und auch Kerne von funktional stark unterschiedlichen Zellen sind hier in variierender Höhe zusammengestellt. Vor allem Bipolarzellen, aber auch Amakrin- und Horizontalzellen, sowie die Zellkörper des neuronalen Stützgewebes, der Müller'schen Gliazellen, sind hier angesiedelt.
Äußere plexiforme Schicht (OPL - outer plexiform layer)
Dendriten der Bipolar- und Horizontalzellen werden mit den synaptischen Enden der Fotorezeptoren verschaltet und bilden somit die erste Stufe der intraretinalen Informationsverarbeitung.
Äußere Kernschicht (ONL - outer nuclear layer)
Schicht der Zellkörper und Kerne der Photorezeptoren. Stäbchen und Zapfen sind parallel nebeneinander gruppiert und erstrecken ihre verdickten lichtsensitiven Fortsätze, die Außensegmente, in Richtung des RPE.
Externe Grenzmembran (ELM - external limiting membrane)
Wird durch Ausläufer der Müllerschen Zellen und Zelladhäsions-Verbindungen (Adhering junction) mit den Photorezeptorzellen gebildet.
Inneres Segment (IS - inner segment)
Das Innensegment ist der Bereich der Photorezeptorzellen, der Mitochondrien und endoplasmatische Retikulum (ER) enthält ist. Hier erfolgt unter anderem die Proteinbiosynthese und andere Stoffwechselaktivität. Getrennt werden die inneren von den äußeren Segmenten durch ein schmales Verbindungscilium, durch welche alle Stoffe für das Außensegment aktiv transportiert werden müssen.
Äußeres Segment (OS - outer segment)
Hier erstrecken sich die Außensegmente der Photorezeptoren vom Verbindungscilium bis zum RPE. Am Verbindungscilium entstehen neue Diskmembranen, Membranabschnürungen bepackt mit Rhodopsin. Rhodopsin ist in die Disks eingelagert und initiiert die visuelle Signaltransduktion. Durch die Neusynthese bewegen sich diese Disks zum RPE und werden dort phagocytiert.
Retinales Pigmentepithel (RPE - retinal pigment epithelium)
Ganz außen wird die Netzhaut vom retinalen Pigmentepithel (RPE), einem
hexagonal aufgebauten, einschichtigen Epithel begrenzt, welches die Trennschicht zwischen der Netzhaut und der Aderhaut (Choroidea) bildet. Die Zellen des RPE enthalten durch Melanin schwarz gefärbte Melanosomen, welche funktionell Lichtfilter darstellen. Basal zeigen diese Zellen tiefe Furchen, die dem besseren
Stoffaustausch mit den Blutgefäßen der Choroidea dienen. Apikal umgreifen fingerartige,
mikrovilläre Fortsätze des RPE die Photorezeptorzellen. RPE-Zellen
verhinderen ein Eintreten von Blut aus der stark vaskularisierten Choriocapillaris (die stark durchblutete Grenzschicht der Aderhaut). Sie stellen auch funktionell einen Lichtfilter dar (bedingt durch Melanineinlagerungen) und dienen der Ernährung der Photorezeptoren, dem Recyclen der alten Diskmembranen der Photorezeptoraußensegmente sowie der Regeneration des gebleichten Retinals aus aktiviertem Rhodopsin.
Bild:Fig_retine.png
Besondere Regionen der Netzhaut
Die Stelle des schärfsten Sehens
Die Stelle das schärfsten Sehens ist der gelbe Fleck - , auch Makula oder Sehgrube. Deren Zentrum ist die Fovea, auch Fovea centralis genannt, weil sie genau dort liegt, wo ein senkrecht durch die Pupille einfallender Lichtstrahl auftrifft. Die Fovea hat einen Durchmesser von ca. 3mm.
Nur mit der Makula wird die größte Sehschärfe, wie man sie etwa beim Lesen benötigt, erreicht. Die umgebende Netzhaut dient im Wesentlichen der Umfeldwahrnehmung, dem Erkennen von Dingen "aus den Augenwinkeln". Bei schwerer Schädigung der Makula, z.B. durch die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), kann man nicht mehr Lesen oder Autofahren. Die Makula entspricht auch dem Bereich, in dem das Auge bei zentraler Fokussierung eine gleichermassen scharfe Abbildung wahrnehmen kann (ca. 1°). Darüberhinaus ist die Augenkrümmung beim normalsichtigen Auge zu stark und das Bild wird peripher verschwommen wahrgenommen.
- von Soemmering 1779 eingeführter Name sollte vermieden werden da er missverstänlich ist. Zudem stimmen die Bereiche bei Betrachtung mit dem Augenspiegel und beim Leichenauge in ihrer Ausdehnung nicht überein.
Der blinde Fleck
Als blinder Fleck wird die Stelle der Netzhaut bezeichnet, an der der Sehnerv (Nervus opticus) aus dem Auge austritt. Da die sensorischen Nerven, die die Information ableiten auf der Innenseite, also im Strahlengang liegen, ist an der Durchtrittstelle kein Platz für eine durchgehende Rezeptorschicht. An dieser Stelle befinden sich folglich keine Lichtrezeptoren, der Fleck ist also wirklich blind.
Dass wir in unserer visuellen Wahrnehmung keinen blinden Fleck "im Bild" haben, liegt am Ergänzungseffekt. Das visuelle System verwendet Informationen, die die Rezeptoren in der Umgebung des blinden Fleckes liefern, um das visuelle Bild zu ergänzen.
Erkrankungen der Netzhaut
Die wichtigsten Erkrankungen der Netzhaut sind die
# Diabetische Retinopathie als Folgezustand einer (schlecht eingestellten) Zuckerkrankheit
# Makuladegeneration
# Netzhautablösung
# Gefäßverschlüsse (arteriell: Zentralarterienverschluß, Arterienastverschluß; venös: Zentralvenenverschluß, Venenastverschluß)
# Retinitis pigmentosa
# Azoor Akute zonale okkulte äußere Retinopathie
Untersuchungsverfahren (Diagnoseverfahren)
Diagnose
Neben der Standardmethode der Beleuchtung des Augenhintergrundes mit einer Spaltlichtlampe und der Betrachtung des reflektierten Lichtes mit einer Funduskamera, haben sich in den letzten Jahren mehrere unterschiedliche Verfahren zur Netzhautdiagnose etabliert.
Die herausragenste Methode ist die Optische Kohärenztomografie (OCT), die die Abbildung um die dritte Dimension erweitert. Dies ermöglicht die Anfertigung von hochauflösenden Schnittbildern oder auch 3D-Tomogrammen mit einer zum histologischen Bild vergleichbaren Qualität. histologisch
Hier können die einzelnen Schichten aufgelöst und in ihrer Dicke vermessen werden. Dadurch lassen sich feinste Unterschiede feststellen, die für die maßgeschneiderte Therapie im weiteren Behandlungsverlauf, oder auch beim Testen von Medikamenten maßgeblich sind.
Weitere Untersuchungs- und Beurteilungsmöglichkeiten bestehen
auf elektrophysiologischer Ebene durch
# das Elektroretinogramm (ERG)
# das Elektrookulogramm (EOG)
sowie auf der Ebene der retinalen Durchblutung durch
# die Fluoreszenzangiographie (auch FLA, FAG oder Angio abgekürzt)
# die Indozyaningrünangiographie
Siehe auch
Aderhaut, Uvea, Bruch-Membran, Emmertsches Gesetz, visuelle Signaltransduktion
Weblinks
- [http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/EM/EMRetina.html Miniaturbildübersicht Netzhaut von Säugetieren]
- [http://webvision.med.utah.edu/ The Organization of the Retina and Visual System]
- [http://wbmo.mpimf-heidelberg.mpg.de/~teuler/ Dendritic Processing in the Retina]
Kategorie:Auge
Kategorie:Wahrnehmung
ja:網膜
HornhautAls Hornhaut wird folgendes bezeichnet:
#die Hornhaut des Auges - siehe Cornea
#die oberste Schicht der Haut, das Stratum corneum - siehe Hornschicht
#verdickte Haut (z.B. als Folge von mechanischer Beanspruchung oder Hyperkeratose) - siehe Hornhaut (Verdickung)
#jene Haut, die u. a. das Horn des Nashorns bildet - siehe Horn (Biologie)
DiagnoseDie Diagnose (v. griech.: διάγνωση diágnossi = (wörtlich in etwa) die Durchforschung; aus δια~ dia~ = durch~ + gnosein = kennen(lernen)) ist der Vorgang der Erkenntnisgewinnung durch die Zuordnung eines Phänomens oder einer Gruppe von Phänomenen zu einer Kategorie. Auch das Resultat einer solchen Klassifizierung bezeichnet man als Diagnose.
Am häufigsten wird der Begriff in der Medizin verwendet, wo er die Erkennung einer Krankheit oder Verletzung (Kategorie) aufgrund von Symptomen und/oder Zeichen (Phänomenen) bezeichnet. Dabei wendet der Diagnostiker intuitiv oder explizit das Bayes-Theorem an.
Die Methoden der Diagnose (z.B. klinische Untersuchung, Bildgebung wie Röntgenaufnahmen, Laborwerte) werden in der Diagnostik (adjektivische Wortform) zusammengefasst. Die Auswahl möglicher Diagnosen bezeichnet man als Differenzialdiagnose. Durch das diagnostische Vorgehen wird sie eingeschränkt, bis eine ausreichende Basis für die Entscheidung über eine Therapie besteht.
Differenzialdiagnose
Als Differenzialdiagnose bezeichnet man die Gesamtheit aller Diagnosen, die als Erklärung für ein Symptom, ein Krankheitszeichen oder eine Kombination derselben wahrscheinlich oder möglich sind.
Eine eindeutige Diagnose wird gestellt, indem durch weitere Diagnostik alle anderen in Frage kommenden Diagnosen ausgeschlossen werden.
Im praktischen Vorgehen schließt man gewöhnlich zuerst solche Diagnosen aus, die für den Patienten akut lebensbedrohlich wären. Anschließend richtet sich die Auswahl weiterer diagnostischer Maßnahmen nach der Wahrscheinlichkeit, Therapierbarkeit und Bedrohlichkeit der auszuschließenden Diagnosen und dem mit der Maßnahme verbundenen Aufwand und Risiko. Der Vorgang endet, wenn nur noch eine Diagnose in Frage kommt. Häufig wird der Vorgang aber vorher abgebrochen, und zwar vernünftigerweise dann, wenn die verbleibende Differenzialdiagnose nur noch Entitäten enthält, die entweder
- nicht therapierbar sind
- nicht therapiebedürftig sind oder
- alle die gleiche (dann oft symptomatische) Therapie nahelegen.
Methoden
Die wichtigsten diagnostischen Methoden in der Medizin sind:
- Anamnese = Krankengeschichte, Befragung des Patienten
- Körperliche Untersuchung des Patienten unter Einsatz der Sinne und einfacher Hilfsmittel, vor allem durch
- Inspektion
- Palpation
- Perkussion
- Auskultation
- Labordiagnostik = Untersuchung von Blut, Urin etc.
- Gewebs- und Zelldiagnostik = Histologie, Zytologie
- Bildgebende Verfahren ohne und mit Kontrastmittel
- Sonografie
- Endoskopie
- Röntgen
- CT
- MRT
- Nuklearmedizinische Bildgebung
- EKG, EEG, EMG, ENG = Messung von elektrischen Feldern des Körpers
- Funktionsuntersuchungen
- Lungenfunktion
- Druckmessungen in Gefäßen, Schließmuskeln etc.
- Reflexuntersuchung
- Provokations- und Belastungstests
- Leistungstests
- Glukose-Toleranztest
Die medizinischen Untersuchungsmethoden sind in den meisten Fällen hinreichend, um Krankheiten genau zu erkennen oder zumindest einzugrenzen. Dies gilt vor allem für Krankheiten mit lebensbedrohlichen Konsequenzen.
Trotzdem stellen sich in der medizinischen Diagnostik Herausforderungen:
Viele Diagnosen müssen in Eile gestellt werden.
Die Sinnhaftigkeit einer diagnostischen Maßnahme muss dennoch sorgfältig abgewogen werden: Der erwartete Nutzen muss dem Risiko, den Kosten und der Beeinträchtigung des Patienten gegenüber gestellt werden.
Grundsätzlich ist Diagnostik nur nützlich, wenn die Diagnose Konsequenzen für die Behandlung des Patienten hat. Nur in seltenen Fällen ist eine diagnostische Maßnahme "um der Gewissheit Willen" berechtigt. Die Maßnahme muss in diesen Fällen als Therapie gesehen werden.
Ob die Diagnostik ihr Ziel erreicht, hängt auch von der Qualität der Definition der zugrundeliegenden Kategorien ab. Einer wohldefinierten Kategorie (zum Beispiel Knochenbruch am Unterarm) lässt sich ein Krankheitsbild anhand weniger Kriterien (Sturz in der Anamnese, Schmerzen, Funktionsausfall des betroffenen Arms, Diskontinuität des Knochens im Röntgenbild) zuordnen und damit einer adäquaten Therapie zuführen (Gipsschiene). Bei Krankheiten, deren Kategorien weniger scharf definiert, umstritten oder komplex sind, ist das Risiko einer Fehldiagnose und damit einer Fehlbehandlung größer. Dieses Problem betrifft vor allem die Psychiatrie. Insbesondere die Persönlichkeitsstörungen sind hier problematische Kategorien.
Gewöhnlich muss die Aussagekraft eines Diagnoseverfahrens einer Überprüfung nach wissenschaftlicher Methode standhalten können, um von der Hochschulmedizin als anerkannt zu gelten (siehe auch: Evidenzbasierte Medizin). Dennoch werden, vor allem außerhalb von Krankenhäusern und Arztpraxen, oft Methoden eingesetzt, die diese Forderung nicht erfüllen. Siehe hierzu: Alternativmedizin, Naturheilkunde.
Weitere Bedeutungen
In der Informatik stellt die Diagnose einen Bereich der Künstlichen Intelligenz dar. Die Diagnose beschäftigt sich mit der Erfassung und Auswertung von Symptomen. Das Ergebnis ist eine Diagnose oder Lösung eines Problems. Methoden der Diagnose ist die fallbasierte Diagnose oder die modellbasierte Diagnose.
Siehe auch
- Pflegerische Diagnostik
- psychologische Diagnostik
- Diagnostischer_Block
Weblinks
- [http://www.dimdi.de/de/klassi/diagnosen/icd10/htmlgm2005/fr-icd.htm www.dimdi.de] - Übersetzungshilfe für Diagnosen: ICD10
!
Kategorie:Allgemeinmedizin
als:Diagnostik
simple:Diagnosis
PolygraphiePolygrafie bzw -graphie (griech. polygraphÃa = Vielschreiben) ist
#im Druckereigewerbe: zusammenfassender Begriff für Verfahren und Methoden des Offset- und Buchdrucks sowie verwandter Vervielfältigsverfahren einschließlich der buchbinderischen Verarbeitung
#in der Medizin: Verfahren in der Röntgentechnik, bei dem mit mehreren Aufnahmen Organbewegungen dargestellt werden sollen
#in der Medizin und Psychologie: gleichzeitige Erfassung und Darstellung mehrerer biologischer Variablen
Kategorie:NeurophysiologieKategorie:Physiologie
Verwandte Kategorie: :Kategorie:Neurologie, :Kategorie:Biophysik, :Kategorie:Zentralnervensystem, :Kategorie:Neuropsychologie, :Kategorie:Gehirn April 21 (Eastern Orthodox liturgics)Apr. 20 - Eastern Orthodox Church calendar - Apr. 22
All fixed commemorations below celebrated on May 4 by Old Calendarists
Saints
- HIeromartyr Januarius of Benevento, bishop, and his companions Festus, Proculus, and Sosius, deacons; Desiderius, reader; and Eucychius and Acutius, laymen; at Pozzuoli
- Hieromartyr Theodore of Perge in Pamphylia, his mother Philippa, and martyrs Dioscorus, Socrates, and Dionysius
- Martyr Alexandra the Empress (same as April 23)
- Martyrs Isaacius, Apollo, and Codratus of Nicomedia
- Patriarch Maximianus of Constantinople
- Saint Niphont of Novgorod, bishop from the Kiev Caves
Other Commemorations
- Repose of Schemamonk Nicetas of Valaam (1907)
Category:Eastern Orthodox liturgical days
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Billy Bremner (fotbollsspelare)
Billy Bremner, fotbollsspelare (mittfältare), född 9 december 1942 i Stirling, Skottland, död 7 december 1997. Skotsk landslagsman.
Billy Bremner var en hårdför och ettrig liten mittfältare och lagkapten i Talteori är den gren inom matematiken som rör heltalens egenskaper.
Kategori:Matematik
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Kåseberga på Österlen. Det är en samling stenar som är formerade som ett skepp. Antalet stenar är 58 stycken och är av kvartssandsten. Stenarna är väldigt stora och väger ungefär 4-5 ton stycket. Skeppet är ungefär 67 meter långt.
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Marskens sup
Marskens sup kallades den snaps, som dracks vid det finländska krigshögkvarteret i S:t Michel under krigsåren. Snapsen bestod av en liter Rajamäki akvavit, 2 cl torr fransk vermouth och 1 cl gin. Bakgrunden var att Gustaf Mannerheim, marskalken av Finland
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